Hamburg, 22.05.2026 – 5.976 Wohnungen wurden 2025 in Hamburg fertiggestellt. Das bedeutet ein Minus von 28 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In Schleswig-Holstein lag die Zahl bei 8.942 Wohnungen (minus 19 Prozent), wie das Statistische Landesamt meldet. Der Landesverband Nord des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW) nennt die Entwicklung dramatisch.
„Die Zahlen sind dramatisch, denn sie bedeuten, dass weiterhin keine Entspannung auf dem Wohnungsmarkt in Sicht ist. Darunter leiden Menschen, die eine Wohnung suchen. Zugleich trifft der angespannte Wohnungsmarkt auch Unternehmen, die keine Mitarbeiter gewinnen können, weil diese vor Ort keinen Wohnraum finden. Ohne ausreichend Wohnungsneubau fehlt das Fundament für Wachstum. Wenn Häuser und Wohnungen fehlen, dann ist das ein knallharter Standortnachteil. Wirtschaft braucht Wohnungen“, kommentiert Kay Brahmst, der Vorstandsvorsitzende des BFW Landesverbands Nord. Der Verband repräsentiert die mittelständische private Wohnungswirtschaft in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. „Die Entwicklung überrascht uns nicht, denn aus unseren Mitgliederbefragungen wissen wir, dass in den letzten drei Jahren die Baubeginne drastisch eingebrochen sind. Der Hauptgrund dafür sind die viel zu hohen Baukosten – auch verursacht durch komplizierte Verfahren und immer neue Vorschriften.“
Um den Wohnungsbau wieder anzukurbeln, seien grundlegende Veränderungen nötig. „Durch den Iran-Krieg sind die Preise nochmals angestiegen. Das schreckt Bauherren ab, denn der Wohnungsbau ist unter den gegebenen Bedingungen wirtschaftlich kaum darstellbar“, sagt Kay Brahmst.
Neubau statt Mietendeckel
Der BFW Landesverband Nord fordert deshalb, den Neubau zu erleichtern, indem Vorschriften reduziert, Verfahren beschleunigt und insgesamt mehr Freiheiten für den Bau neuer Wohnungen eingeräumt werden. Hierfür gebe es bereits gute Ansätze – wie den Bauturbo und den Hamburg-Standard –, doch das Tempo sei viel zu gering, um spürbare Veränderungen zu bewirken.
Trügerisch sei die Debatte um weitere Verschärfungen des Mietrechts bis hin zu einem Mietpreisdeckel. „Auf der einen Seite steigen die Kosten für die Unternehmen und Eigentümer. Auf der anderen Seite werden die Einnahmen begrenzt und bei fortschreitender Inflation immanent reduziert. So wird der Wohnungsbau vollends abgewürgt und wir können uns auch in den kommenden Jahren auf niedrige Fertigstellungszahlen einstellen“, so Kay Brahmst.