„Die Versorgung vieler älterer Menschen an einem Ort ist wesentlich effizienter“
Die Nachfrage nach altersgerechtem Wohnraum wächst. Doch hohe Baukosten und Zinsen erschweren die Entwicklung neuer Projekte. Die Hamburger SENECTUS GmbH ist seit 2006 spezialisiert auf die Entwicklung von Seniorenimmobilien und Wohnquartieren in Norddeutschland . Geschäftsführer Torsten Rieckmann erklärt, welche Wohnformen gefragt sind und worauf es bei der Planung ankommt.
BFW Landesverband Nord: Welche Wohnformen entwickelt SENECTUS für ältere Menschen?
Torsten Rieckmann: Wir entwickeln unterschiedliche Wohnformen für ältere Menschen. Dazu gehören betreutes Wohnen und stationäre Pflegeeinrichtungen. Häufig kombinieren wir diese Angebote innerhalb eines Quartiers mit Tagespflegeeinrichtungen und Senioren-Wohngemeinschaften. So können Menschen auch dann in ihrem gewohnten Umfeld bleiben, wenn sich ihr Unterstützungsbedarf verändert.
Was bedeutet betreutes Wohnen?
Der Grundgedanke lautet: So viel Hilfe wie nötig und so viel Eigenständigkeit wie möglich. Die Bewohner haben ihre eigene Wohnung und können zusätzlich Gemeinschaftsflächen nutzen. Damit kommen wir den Bedürfnissen nach Sicherheit, Komfort und sozialen Kontakten entgegen. Im Idealfall steht rund um die Uhr ein Ansprechpartner zur Verfügung.
Gibt es darüber hinaus innovative Wohnformen für ältere Menschen?
Gerade im Premiumsegment gibt es eine Reihe innovativer Konzepte. Allerdings wird die Zielgruppe mit steigenden Preisen schnell kleiner. Die meisten Menschen möchten so lange wie möglich in ihrem eigenen Zuhause bleiben. Gleichzeitig ist der Personalmangel in der Pflege groß. Wir werden es uns auf Dauer kaum noch leisten können, dass ambulante Pflegedienste von Haustür zu Haustür fahren. Die Versorgung vieler älterer Menschen an einem Ort ist wesentlich effizienter. Außerdem entstehen so soziale Kontakte, die im Alter besonders wichtig sind. An Einsamkeit sollen ja künftig mehr Menschen sterben als an Nikotin.
Rentiert es sich, für ältere Menschen zu bauen?
Der Bedarf ist groß und wird weiter steigen. Nur ein einstelliger Prozentsatz des deutschen Wohnungsbestands ist barrierefrei. Allerdings steht der Seniorenwohnungsmarkt vor denselben Herausforderungen wie die übrige Immobilienwirtschaft: Hohe Baukosten und Zinsen machen rentable Projektentwicklungen derzeit schwierig.
Worauf kommt es bei der Planung an?
Wir müssen berücksichtigen, dass die Unterschiede in der Kaufkraft älterer Menschen künftig noch größer werden. Deshalb brauchen wir Angebote für unterschiedliche Einkommensgruppen und mit verschiedenen Wohnungsgrößen. Bei einer durchschnittlichen Rente von weniger als 1.500 Euro im Monat stellt sich die Frage, welche Wohnkosten sich die Menschen überhaupt leisten können. Wenn gut konzipierte Gemeinschaftsbereiche vorhanden sind, müssen die einzelnen Wohnungen vielleicht gar nicht so groß sein.
Welche Rolle spielen technische Innovationen?
Im Bereich Ambient Assisted Living, kurz AAL, gibt es viele interessante Entwicklungen. Das sind technische Lösungen, die ältere Menschen im Alltag unterstützen und ihnen ein selbstständiges Leben erleichtern. Allerdings sind diese Angebote häufig noch teuer. Zu den Mieten und Servicepauschalen kommen dann zusätzliche Kosten hinzu. Die technische Entwicklung schreitet aber schnell voran. Ich bin zuversichtlich, dass solche Lösungen künftig auch zu erschwinglichen Preisen verfügbar sein werden.
mehr über die Projekte der SENECTUS GmbH erfahren: https://www.senectus-gmbh.de
Veranstaltungstipp: Innovative Wohnkonzepte im Alter
Am 27.11.2026 lädt der BFW Landesverband Nord zu einem Frühstück im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Innovative Wohnkonzepte im Alter“ mit Torsten Rieckmann ein. Im Mittelpunkt stehen der fachliche Austausch und die Vernetzung rund um das Wohnen im Alter.
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