Simon Vollmer

Sie sind für den BFW engagiert. Was bedeutet Verbandsarbeit für Sie?
Die Verbandsarbeit des BFW (regional als auch auf Bundesebene)  erachten wir als sehr wichtig und sinnvoll, da nur so die Interessen der Immobilienwirtschaft ausreichend „Gehör“ in der Politik und auf den richtigen Ebenen finden können – hier sei z.B. das „Bündnis für Wohnen“ genannt, welches zusammen mit weiteren Verbänden umgesetzt wurde

Welches Ihrer Projekte würden Sie derzeit gerne hervorheben?
An dieser Stelle möchte ich gerne die „Uptwonhouses“ in der Finkenau nennen. Ein Projekt mit besonderen Herausforderungen auf allen Ebenen. Das Grundstück wurde über eine Konzeptausschreibung der LIG angeboten. In diesem Verfahren sollten min. 3 Architekten involviert werden, um eine abwechslungsreiche Architektur zu erhalten. Wir haben uns letztlich für 6 Hochbauarchitekten und 2 Landschaftsplaner entschieden, um hier eine größtmögliche Vielfalt zu erhalten. Dieser Ansatz und das daraus resultierende Konzept waren so überzeugend, dass wir den Zuschlag erhalten haben. Das Konzept zeichnet sich durch eine sehr große Vielfalt an unterschiedlichen Haustypen aus, die von außen ablesbar sind, d.h. es gibt unterschiedliche Klinker, sowie unterschiedliche Höhen und Breiten der Gebäude. Durch diese Vielfalt entstand eine Vielzahl von besonderen Details, die gerade auch aufgrund des hohen Energiestandards zu baulichen Herausforderungen geführt haben. Mittlerweile sind die Objekte fertiggestellt und wir sind alle sehr stolz auf dieses Projekt und bedanken uns an dieser Stelle gerne auch nochmal bei allen Beteiligten.
Kleiner Hinweis: Zu diesem Projekt gibt es mittlerweile auch ein Fachbuch.

Auf welches Ihrer Projekte sind Sie besonders stolz?
Neben dem vorgenannten Projekt sind wir zudem sehr stolz auf die „Henriette No.1“ in Eimsbüttel. Hier haben wir seinerzeit einen Bunker von der BIMA erworben und gemeinsam mit dem Bezirk Eimsbüttel somit eine ursprünglich „nicht bebaubare Fläche“ nachhaltig dem Wohnungsbau zugeführt. Ein Bunkerabbruch mitten in der Stadt ist eine sehr große Herausforderung, die wir hier sehr gut gemeistert haben. Durch stets gute und vertrauensvolle Kommunikation mit den Nachbarn ist es nachhaltig gelungen den Bunker ohne großes „TammTamm“ abzubrechen. Jedes Mal, wenn ich an dem Neubau vorbeifahre, denke ich an die Realisierung zurück und bin stolz auf das fertige Objekt/Projekt.

Was würden Sie gerne einmal bauen/entwickeln?
Nachdem es meinem Vater nicht vergönnt war doch noch mal ein Hochhaus zu bauen, würde ich diesen „Wunsch“ aufnehmen und versuchen dies zukünftig irgendwann einmal zu realisieren.

Vor welchen Herausforderungen stehen Sie und Ihr Unternehmen gerade?
Die Herausforderungen derzeit sind sicherlich für viele Unternehmen / Kollegen die gleichen: Grundstücksakquise und Baurechtsschaffung. Leider werden Grundstücke immer teurer und es gibt immer mehr „Player“ gegen die man sich am Markt behaupten muss. Durch die Preissteigerungen im Einstand steigert sich natürlich auch der finale Abgabepreis. Die durchschnittlichen Verkaufspreise von mindestens 4.500 €/m² (meistens sogar eher gen 5.000 €/m²) sehe ich dauerhaft kritisch.
Neben diesen Markttendenzen ist die Baurechtsschaffung bzw. Erwirkung von Baugenehmigungen nicht leichter geworden. Ob die Verzögerungen nun mehr aus Überlastung der Behörden oder aber auch aus veralteten rechtlichen Forderungen resultieren, spielt hierbei keine Rolle. Es ist in jedem Fall bedenklich, dass sich die Realisierungszeiten mittlerweile (fast in der Regel) auf 4-5 Jahre ausgedehnt haben.

Welche Vision haben Sie für die Branche?
Die Immobilienwirtschaft in Hamburg hat sicherlich nach wie vor eine „rosige“ Zukunft vor sich, aber man sollte die Gefahren von stagnierenden Märkten oder gar „Blasen“ nicht völlig außer Acht lassen. Derzeit sind (fast) alle Marktteilnehmer noch sehr euphorisiert und es wird gekauft und gebaut „was das Zeug“ hält. Ich denke früher oder später wird es hier und da zu einer Marktbereinigung kommen – spätestens sobald sich „Kapital“ aus dem Immobilienmarkt zurückzieht.

Was treibt Sie an?
Ich habe das Unternehmen von meinem Vater übernommen und möchte es gerne in seinem Sinne weiterführen. Zudem möchte ich ihm auch zeigen bzw. beweisen, dass sein Vertrauen in mich und mein Team berechtigt war und wir das Unternehmen erfolgreich weiterführen können.

Auf welche persönliche Leistung sind Sie besonders stolz?
Beruflich bin ich sicherlich stolz darauf, dass ich trotz meines jungen Alters bereits heute als seriöser und hanseatischer Partner gesehen werde. Privat sind meine beiden Jungs, Emil und Moritz, natürlich mein ganzer Stolz.

Wie entspannen Sie sich am besten?
Am besten? Für mich gibt es tatsächlich viele Wege Entspannung zu finden. Manchmal ist eine Runde Golf um 8 Uhr früh genau das Richtige, um abzuschalten und Ruhe zu genießen. Eine Runde Wellness mit meiner Frau ist ebenfalls sehr entspannend.
Ansonsten spielen Fußball und meine Jungs – sowohl die Kids als auch meine Freunde – eine zentrale Rolle, um den Kopf frei zu bekommen.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal unterhalten?
Tja, das ist nicht leicht. Jedoch würde ich nach wie vor sehr gerne einmal mein Jugendidol Boris Becker treffen. Gerade gestern habe ich die ARD-Reportage über ihn geschaut und würde so gerne einmal im direkten Austausch bei einem Glas Wein seine Sicht der Dinge bzw. seine Lebensgeschichte hören.