Marc Schauenburg

Marc Schauenburg ist verheiratet und hat drei Kinder. Nach Beendigung seiner Ausbildung zum Kaufmann in der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft und dem anschließendem Studium an der FH Mainz mit dem Abschluss des Dipl. Wirtschaftsjuristen trat er 2001 in die FRANK-Gruppe ein. Seit 2005 hat er die Aufgaben als geschäftsführender Gesellschafter der FRANK-Gruppe übernommen.

Sie sind von Anfang an beim BFW engagiert. Was bedeutet Verbandsarbeit für Sie?
Als unser Urgroßvater den Verband 1946 gemeinsam mit Werner Kock und einigen anderen Kollegen aus der Hamburger Immobilienwirtschaft gründete, war die vorrangige Idee aus heutiger Sicht, ein Gegengewicht zu den großen kommunalen Gesellschaften zu bilden, die damals bevorzugt von den Programmen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) profitierten. Die unternehmerische Wohnungswirtschaft in Deutschland war damals nicht organisiert und hatte es schwer,iIhre Interessen auf politischer Ebene durchzusetzen. Dieses Leitbild der Gründer ist es, was uns bis heute antreibt, Mitglied im Verband zu sein.

Welches Ihrer Projekte würden Sie derzeit gerne hervorheben?
Ich finde unser Projekt in Kiel, die „Alte Feuerwache“, und die Projektentwicklung in Friedrichsdorf im Hochtaunus zurzeit am spannendsten.

Auf welches Ihrer Projekte sind Sie besonders stolz?
In 91 Jahren Firmengeschichte sind viele Projekte entstanden, wie die FRANK’schen Laubenganghäuser, die FRANK’schen Siedlungen in Hamburg, Kiel und Kronshagen, die bis heute nachwirken. Da mögen selbst so tolle Projekte wie die Bebauung der „Alten Feuerwache“ in Kiel, die Bebauung an der Kennedyallee und an der Frankenallee in Frankfurt fast klein wirken. Die Realisierung eines kleinen Projekts mit 16 Wohnungen und der Sanierung einer alten Villa in Zusammenarbeit mit dem Hamburger Denkmalschutz, nahe meinem Wohnhaus, in Hamburg hat mir besonders viel Freude gemacht.

Was würden Sie gerne einmal bauen/entwickeln?
In Friedrichsdorf haben wir gemeinsam mit den Baufröschen aus Kassel eine Konzeptausschreibung gewonnen. Hier entsteht genau das, was ich schon immer mal bauen wollte. Ein Stadtteil mit Infrastruktur, verschiedensten Wohnformen und sogar einem achtgeschossigen Holzwohnturm – ein neues Quartier, das am Ende genau auf seine zukünftigen Bewohner zugeschnitten sein wird.

Vor welchen Herausforderungen stehen Sie und Ihr Unternehmen gerade?
Zunehmende Regulierungswut und das vielleicht aus politischer Sicht sogar nachvollziehbare Bedürfnis der Bundesregierung, im Klimaschutz eine Vorreiterrolle einzunehmen, macht uns in Bezug auf die Baukosten zu schaffen Andererseits eröffnet das unseren, in diesem Bereich arbeitenden Töchtern, der FRANK ECOzwei und der FRANK ECOenergy auch spannende neue Handlungsfelder.

Welche Vision haben Sie für die Branche?
Nachhaltige Stadtentwicklung in Zusammenarbeit mit herausragend guter Architektur sollte unser Leitbild sein, dann wird dieses Land immer schöner. Kurzfristiges Reagieren auf besondere Herausforderungen ist immer gefährlich und es sollte auch dann versucht werden, mit diesem Leitbild weitgehend im Einklang zu bleiben.

Was treibt Sie an?
Ich führe gemeinsam mit meinem Cousin Ulf Schauenburg ein  Unternehmen in vierter Generation. Unser Gesellschafterkreis unterstützt uns vollumfänglich und gibt uns alle Freiheiten, um gemeinsam mit einem hoch kompetenten Team von über 200 Kollegen und einem kreativen und konstruktiven Beirat dem Unternehmen auch für eine fünfte Generation den Boden zu bereiten.

Auf welche Leistung sind Sie besonders stolz?
Wir haben in der Unternehmensgeschichte zum dritten Mal in Folge einen Generationsübergang zu meistern gehabt. Am letzten war ich maßgeblich beteiligt. Ich bin stolz auf meinen Vater, der nach fast 40 spannenden Jahren ein wohlbestelltes Haus übergeben konnte und es geschafft hat, sich vollkommen aus dem Unternehmen zurückzuziehen und heute seine Rolle als Großvater, als Segler, Radfahrer und Reisender, als Vater und Ehemann, fröhlich auszuleben.

Wie entspannen Sie sich am besten?
Mit meiner Frau und unseren Kindern zuhause und auf tollen Reisen, beim Lesen oder Reiten oder unterwegs mit dem Fahrrad und dem Hund.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal unterhalten?
Ich wüsste zu gern, ob Rudolf Steiner noch hinter dem stehen würde, was heute aus seiner damals revolutionären Idee gemacht wurde. Von Siegfried Lenz hätte ich gern in einem persönlichen Gespräch erfahren, was ihn antrieb, ebenso von Emil Nolde. Ich hätte gern von Lion Feuchtwanger erfahren, woher er sein Wissen hatte, über Dinge zu schreiben, die Jahre später die Welt aus ihren Fugen warf. Das scheinbar destruktive, zerstörerische und aggressive, dabei offensichtlich hoch erfolgreiche Verhalten unseres “Kollegen” Donald Trump würde ich gern versuchen zu verstehen.