Kay Brahmst

Sie sind für den BFW engagiert. Was bedeutet Verbandsarbeit für Sie?

Die Unternehmensgruppe Hermann Friedrich Bruhn ist bereits seit mehr als 50 Jahren Mitglied im BFW-Nord. Im Jahr 2015 habe ich mich entschlossen aktiv in die Verbandsarbeit des BFW-Nord einzusteigen und habe seit dieser Zeit Vorträge gehalten und an vielen Veranstaltungen und Umfragen teilgenommen.
Verbandsarbeit bedeutet für mich insbesondere einen regelmäßigen Austausch mit vielen Stakeholdern unserer Branche vorzunehmen. Hierbei müssen auch die eigenen Ideen sowie die Vorstellungen und Bedürfnisse des Verbands und seiner Mitglieder aktiv eingebracht werden.

 

Welches Ihrer Projekte würden Sie derzeit gerne hervorheben?

Eines unserer aktuellen Projekte ist die Quartiersentwicklung am Pröbenweg in Hamburg-Hamm. Hier werden entlang der Hammer Landstraße ehemalige Gewerbehallen und -höfe in ein modernes Wohn- und Lebensquartier umgewandelt. Es entstehen hier insgesamt etwa 250 Mietwohnungen (davon 1/3 geförderte Wohnungen), moderne Kleingewerbeflächen, ein Hotel, eine Kita und neue Einzelhandelsflächen für die Quartiersversorgung. Ein ehemals unterentwickelter, innenstadtnaher Bereich wird hierdurch aufgewertet und ein neues, attraktives und lebendiges Quartier wird geschaffen.

 

Auf welches Ihre Projekte sind Sie besonders stolz?

Besonders hervorheben möchte ich zwei der Projektentwicklungen für den eigenen Immobilienbestand unserer Unternehmensgruppe. Dieses ist zum einen die Entwicklung, Realisation, Vermietung und aktive Betreibung des Einkaufszentrums Marktplatz Galerie in Hamburg. Hier wurde sehr erfolgreich ein neuer zentraler Platz im Stadtteil Bramfeld geschaffen, der eine wichtige Funktion für das gesamte Umfeld darstellt. Rund um den Bramfelder Marktplatz sind viele neue Handels-, Gastronomie- und Dienstleistungsangebote entstanden, die eine Belebung des Bramfelder Marktplatzes bewirken konnten. Unsere Marktplatz Galerie mit ihrem ideenreichen Management hat hierzu einen wesentlichen Beitrag geleistet. Hierdurch sind verschiedene weitere Projekte ins Rollen gekommen, wie z.B. die Herstellung der Bramfelder Dorfpassage mit gewerblichen Flächen im Erdgeschoss, einem Ärztehaus und etwa 140 neuen Mietwohnungen, die die weitere Entwicklung des Stadtteils fördern.
Zum anderen die Entwicklung, Realisation und Vermietung des Wohn- und Geschäftshauses „Bergspitze“ in Hamburg. Hier wurde, an einem zentralen Ort, an dem sich die Fußgängerzonen Neue Große Bergstraße und Große Bergstraße in Altona treffen, ein architektonisch anspruchsvolles Gebäude errichtet. Das Gebäude mit insgesamt neun Stockwerken vereint die Nutzungen Gastronomie, Einzelhandel, Wohnen, Stellplätze und Kinderspielfläche unter einem Dach, auf einem annähernd dreieckigen Grundstück. Mit diesem Neubau konnte auch der davor gelegene öffentliche Goetheplatz neu gefasst und in seiner Funktion herausgestellt werden.

 

Was würden Sie gerne einmal bauen / entwickeln?

Zukünftig würde ich mich gerne mit der Neuentwicklung von lebendigen Innenstadtbereichen befassen. Die klassische Bedeutung unserer Innenstädte (zentraler Handels-, Verwaltungsplatz und Verkehrsknoten) wird sich zukünftig weitreichend verändern. Hier werden insbesondere die Funktionen Handel und Verkehr mehr in den Hintergrund rücken und dafür neue Funktionsbereiche wie z.B. Wohnen und lebendige Verweilzonen an Bedeutung gewinnen. Diese Veränderung mitgestalten zu können empfinde ich als besondere Herausforderung.

 

Vor welchen Herausforderungen stehen Sie und Ihr Unternehmen gerade?
In unserem Unternehmen sind wir weiterhin mit der zunehmenden Digitalisierung der Aufgaben und Abläufe befasst. Diese Veränderung wurde durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie beschleunigt und wird derzeit intensiv vorangebracht.
Daneben sind die Auswirkungen der Pandemie insbesondere auf unsere gewerblichen Immobilien erheblich und werden in Zukunft voraussichtlich weiter zunehmen. Hier entwickeln wir neue Ansätze zur Nutzung bisher  gewerblich geprägter Mietflächen.

 

Welche Vision haben Sie für die Branche?
Unsere Branche steht vor der großen Herausforderung genügend Wohnraum in den Ballungsgebieten zu schaffen und gleichzeitig die ambitionierten Klimaschutzziele sowohl bei Bestandsgebäuden als auch bei Neubauten umzusetzen. Dieses muss zusammen mit den Menschen in unseren Städten und Gemeinden und deren Verhalten einhergehen.
Denn beispielsweise ein verändertes Mobilitätsverhalten der Menschen ist ebenso wichtig für die Erreichung der Klimaschutzziele wie die Einrichtung von neuartigen Mobilitäts- und Lieferservices bei gleichzeitigem Wegfall erheblicher Nutzflächenanteile für das Abstellen von Fahrzeugen in unseren Städten. Wir müssen eine zukunftsgerichtete, sich verändernde Stadtentwicklung betreiben und sollten hierbei bisherige Grenzen in unserem Denken überwinden

 

Was treibt Sie an?

In meinen Aufgaben treibt mich der Ehrgeiz an, immer ein gutes Ergebnis erzielen zu wollen und dabei – nach Möglichkeit – auch Interessen von beteiligten Dritten einzubeziehen.
Daneben halte ich meine generelle Zuversicht für eine wichtige Eigenschaft. Diese behalte ich grundsätzlich auch bei zunächst negativen Nachrichten und habe im Endergebnis schon häufig alternative Lösungen gefunden, die besser waren, als das ursprüngliche Ziel.

 

Auf welche persönliche Leistung sind Sie besonders stolz?

Stolz empfinde ich besonders dann, wenn die Leistungen von meinem Team und mir durch Dritte positive beurteilt oder bewertet werden. Insbesondere wenn unsere Arbeit bei Umfragen sehr gut bewertet wird oder wenn direkte Anfragen durch Berichte oder Empfehlungen initiiert werden. Außerdem ist mir wichtig, dass unsere Mitarbeiter in einem positiven Arbeitsumfeld tätig sind und freue mich, wenn sie neue Ideen haben und eigene Lösungen entwickeln.

 

Wie entspannen Sie sich am besten?

Entspannen kann ich am besten, wenn ich das Mobiltelefon weglege und an der frischen Luft ungestört aktiv bin.
Das kann die Zeit mit meiner Familie an der Ostsee sein oder der Sport unter freiem Himmel wie Joggen, Radfahren, Golf, Bergwandern oder auch die Mitarbeit bei landwirtschaftlichen Arbeiten oder Naturschutzprojekten.

Mit wem würden Sie sich gerne einmal unterhalten?
Wenn ich die Gelegenheit hätte, würde ich mich gerne mit zwei Personen unterhalten: Einmal mit Barack Obama über seine Vision für die Zukunft der Demokratie in unserer westlichen Welt und möglicherweise einer globalen Idee für ein Miteinander aller Menschen ohne kriegerische Auseinandersetzungen.
Daneben auch mit Jeff Bezos über seine Vorstellungen einer neuen Lebensweise in der das Einkaufen nebenbei mobil erledigt wird oder von einem Algorithmus automatisch erfolgt, der schon vorher weiß, was ich als nächstes benötigen werde. Was glaubt er, wie wird sich unsere Gesellschaft und wie werden sich unsere Städte dadurch verändern.