Neuer Mietenspiegel für Hamburg: Zahlen müssen differenziert betrachtet werden

Die Mieten für frei finanzierte Wohnungen sind in Hamburg in den letzten zwei Jahren um durchschnittlich 7,3 Prozent gestiegen. Das besagt der neue Hamburger Mietenspiegel, den die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen am 13.12.2021 vorgestellt hat. Der Landesverband Nord des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW), der Grundeigentümer-Verband Hamburg und der IVD Nord weisen darauf hin, dass dieser Wert differenziert betrachtet werden müsse.

Sönke Struck, Vorstandsvorsitzender des BFW Landesverbands Nord: „Der neue Mietenspiegel weist eine durchschnittliche Nettokaltmiete im frei finanzierten Wohnungsbau von 9,29 Euro aus. Rund 46 Prozent der erfassten Daten sind Neuvertragsmieten – viele davon im Neubau. Hier sind geringere Mieten angesichts der stark gestiegenen Baukosten und der angespannten Situation auf dem Grundstücksmarkt für die Wohnungsunternehmen nicht realisierbar. Hinzu kommt: Viele der erfassten Mietsteigerungen gehen auf Sanierungen im Bestand zurück. Diese sind gewollt, weil sie auf den Klimaschutz einzahlen. Außerdem führen sie zu einer besseren Wohnqualität für die Bewohnerinnen und Bewohner.“

Torsten Flomm, Vorsitzender des Grundeigentümer-Verbands Hamburg: „Die Zahlen des neuen Mietenspiegels überraschen nur auf den ersten Blick. Wenn sich der Anteil der naturgemäß teureren Neubauwohnungen erhöht, erhöht sich auch die durchschnittliche Gesamtmiete. Man darf nicht übersehen, dass die Miete in vielen Rasterfeldern nicht so deutlich angestiegen ist. Der neue Mietenspiegel ist kein Grund zur Panik und auch kein Grund, gleich wieder in Diskussionen über neue Verschärfungen im Mietrecht zu verfallen.“

Carl-Christian Franzen, Vorsitzender des IVD Nord für Hamburg: „Jetzt sehen wir, wie wichtig die Arbeit des Bündnisses für Wohnen ist. Es hat dafür gesorgt hat, dass rund 10.000 Neubauwohnungen pro Jahr allein in den Jahren 2019 und 2020 entstanden sind. Allerdings floss auch eine hohe Anzahl dieser Neuvertragsmieten in den aktuellen Mietspiegel ein, sodass es – neben Modernisierungskosten und gestiegenen Baukosten – zu diesem Anstieg kam. Umso wichtiger ist es, dass das Bündnis für Wohnen seine Tätigkeit fortsetzt, um insgesamt die Situation auf dem Wohnungsmarkt weiter zu entspannen.“

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