Die mittelständische Wohnungswirtschaft hält Kurs: gute Fertigstellungszahlen für den Norden

Gute Fertigstellungszahlen für den Wohnungsbau in Norddeutschland meldet die mittelständische, private Immobilienwirtschaft. Das ergab das jährliche Neubau-Monitoring des Landesverbands Nord des Bundesverbands der Freien Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW).

Der BFW Landesverband Nord repräsentiert die mittelständische, private Immobilienwirtschaft in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein. Für das Neubau-Monitoring befragt er einmal jährlich seine Mitgliedsunternehmen.

Einen deutlichen Anstieg der Fertigstellungszahlen gab es in Schleswig-Holstein zu verzeichnen: Hier realisierten die BFW-Unternehmen 2020 1.477 neue Wohnungen – rund 47 Prozent mehr als im Vorjahr.

 

Nicht ganz so viel Dynamik gab es am Hamburger Wohnungsmarkt:  Hier meldeten die befragten Unternehmen für 2020 3.422 fertiggestellte Wohnungen. Das bedeutet ein Minus von 20,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Verband bewertet die Zahl dennoch als gut. Rund 3.500 Wohnungen sind ein solider Wert. Wenn wir dieses Niveau halten, ist der Wohnungsbau in Hamburg auf einem guten Weg“, kommentiert Sönke Struck, der Vorstandsvorsitzende des BFW Landesverbands Nord.

 

Regulierung führt zur Abwanderung ins Umland

„Den Rückgang in Hamburg führen wir nicht auf die Corona-Pandemie zurück, denn die Baustellen konnten 2020 weitgehend störungsfrei weiterlaufen. Allerdings werden die Planungs- und Genehmigungsprozesse immer langwieriger und komplexer. Das lässt sich daran ablesen, dass die Zahl der realisierten Baubeginne hinter den Planungen zurückgeblieben ist. Zum Teil vergehen Jahre, bis ein Projekt endlich starten kann“, so Sönke Struck weiter. „Es fällt auf: Während in Hamburg die Zahlen zurückgehen, steigen sie in Schleswig-Holstein deutlich an. Wir sagen schon seit einigen Jahren: Bauen in Hamburg wird komplizierter und unberechenbarer. Immer neue Regulierungen wie Soziale Erhaltungsverordnungen, Klimaschutzauflagen, höhere Quoten im geförderten Wohnungsbau sowie vielfältige Detailauflagen führen letztlich dazu, dass die Unternehmen ins Umland abwandern. Das können wir nun an den Zahlen ablesen“, so Sönke Struck.

 

Zahl der realisierten Baubeginne stimmt optimistisch

Für die nächsten Jahre ist der BFW Nord dennoch optimistisch: Die Zahl der realisierten Baubeginne bewegt sich in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt auf einem hohen Niveau. In Hamburg stieg sie im Vergleich zu 2019 um 15,8 Prozent auf insgesamt 4.557. In Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein gab es mit 1.030 beziehungsweise 2.346 keine großen Veränderungen. Das spricht für weiterhin gute Fertigstellungszahlen in den nächsten beiden Jahren.

Und auch für 2021 haben die BFW Mitgliedsunternehmen viele Projekte in der Planung. Allerdings setzt sich der Trend ins Umland fort: Während die Planungen für Hamburg mit einer Steigerung von rund 5 Prozent relativ stabil bleiben, legen die Werte für Schleswig-Holstein um rund 40 Prozent zu.

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