Wohnungswirtschaft fordert von der Politik, die Gespräche für ein Bündnis für Wohnen nicht zu gefährden

Norderstedt. Die Wohnungswirtschaft hat die Norderstedter Stadtvertreterversammlung aufgefordert, sich an Absprachen zu halten und die laufenden Gespräche für ein Bündnis für Wohnen nicht zu gefährden.

„Die Lage auf dem Wohnungsmarkt von Norderstedt ist angespannt“, erklärten Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), und Dr. Verena Herfort, Geschäftsführerin des BFW Landesverbands Nord, am Freitag in einer gemeinsamen Erklärung. „Eine Lösung der drängenden Probleme ist allerdings nur im gemeinsamen Wirken von Politik, Verwaltung und Wohnungswirtschaft umzusetzen. Keiner der Partner kann das allein erreichen.“

Beide Verbände lehnen den von Linke, Grünen, SPD und CDU eingebrachten Antrag ab, wonach künftig bei allen Bauprojekten die Hälfte der Wohnungen öffentlich gefördert werden muss. „Wir stehen zu unserer sozialen Verantwortung und nehmen die Bedürfnisse der Stadt sehr ernst. Allerdings führt eine starre 50- Prozent-Quote dazu, dass angesichts hoher Grundstückspreise und dramatisch gestiegener Baukosten viele Wohnungsbauprojekte nicht mehr umgesetzt werden könnten. Pauschale Vorgaben erschweren den Wohnungsbau massiv und machen ihn an vielen Orten unmöglich“, heißt es in der Erklärung weiter.

„Die bewährte Vorgabe, wonach öffentliche Grundstücke grundsätzlich im Wege der Konzeptausschreibung zu vergeben sind, sorgt dafür, dass soziale Belange der Stadt berücksichtigt werden“, so Herfort und Breitner. „Dort, wo es sinnvoll ist, kann der Anteil der geförderten Wohnungen bei mehr als 30 Prozent liegen. Bei anderen Projekten wiederum können besondere Bedarfe der Stadt – beispielsweise nach günstigen Wohnungen für Senioren oder Auszubildende – berücksichtigt werden. Entscheidend ist stets das, was vor Ort machbar und sinnvoll ist.“ Beide Verbände stehen „ohne Wenn und Aber“ zu dem geplanten Bündnis für das Wohnen.

„Allerdings funktioniert so ein Bündnis nur, wenn sich alle Partner auf Augenhöhe begegnen und nicht einer meint, allein bestimmen zu können. Ein Bündnis ist nur dann erfolgreich, wenn jeder Partner sich auf den anderen verlassen kann. Wertschätzung, Vertrauen und Verlässlichkeit sind unverzichtbare Eckpunkte eines Bündnisses.“ VNW und BFW verweisen auf das erfolgreiche Bündnis für das Wohnen in Hamburg. „Dort arbeiten Wohnungswirtschaft, Verwaltung und Politik seit Jahren vertrauensvoll zusammen, und der Erfolg dieser Zusammenarbeit kann sich sehen lassen. So wurden in Hamburg seit 2011 mehr als 40.000 Wohnungen errichtet, ein erheblicher Teil davon wurde öffentlich gefördert. Das Prinzip der Konzeptausschreibung ermöglicht flexible Lösungen für jedes Bauprojekt. Vor allem ermöglicht es der Politik, wichtige soziale Belange umzusetzen.“

„Sollte der Antrag von Linke, Grünen, CDU und SPD bei der Stadtvertreterversammlung am 22. Oktober beschlossen werden, wäre das ein falsches Signal“, erklären Breitner und Herfort. „Es steht viel auf dem Spiel. Wir wollen in dem Bündnis weiter vertrauensvoll mit Politik und Verwaltung zusammenarbeiten. Aber wir werden das nicht um jeden Preis tun.“

 

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