Nachgefragt: BFW Nord im Interview mit Thomas Sampl – „Der Ort macht viel mit einem“

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Es tut sich etwas am Hamburger Oberhafen. Im Kreativquartier zwischen HafenCity und Großmarktareal hat am 10.08.2018 die Hobenköök eröffnet. Sie verwirklicht ein deutschlandweit einzigartiges Konzept aus Markthalle, Restaurant und Catering. Hierhin lädt der BFW Landesverband Nord am 13.09. zur diesjährigen ImmoLounge. Vorab sprach er mit Thomas Sampl. Der ehemalige Küchenchef des „Vlet“ hat die Hobenköök gemeinsam Nele Grünberg und Frank Chemnitz gegründet. Zu dritt teilen sie sich auch die Geschäftsführung.

BFW Nord: Was macht das Konzept der Hobenköök einzigartig?
Sampl: Die Hobenköök ist Restaurant, Markthalle und Catering-Service. Wir denken ganzheitlich – auch was die Lebensmittel angeht. Diese kaufen wir bei Produzenten, die wir persönlich kennen, überwiegend aus Norddeutschland. Die gleichen Produkte, die wir in der Markthalle anbieten, verwenden wir auch für das Restaurant und das Catering. Die Markthalle bietet ein Sortiment an, das mit guten Wochenmärkten vergleichbar ist. Es soll also erschwinglich sein – nicht so günstig wie beim Discounter, aber auch kein Luxus.

BFW Nord: Wie sind Sie an diese besondere Immobilie gekommen?
Sampl: Ich mochte den Oberhafen schon immer. Der Ort macht viel mit einem. Für mich strahlt er vollkommene Ruhe und Entspannung aus, ohne „aufgekitscht“ zu sein.

Das Areal gehört zum Sondervermögen der Stadt Hamburg und wird verwaltet durch die HafenCity GmbH. Weil das Gelände ein Kreativquartier ist, wurde die Vermietung der Halle ausgeschrieben, und zwar für die gastronomische Nutzung. Den Zuschlag haben wir dank unseres Konzepts bekommen. Die Sanierung hat dann die HafenCity GmbH übernommen. Wir konnten aber dabei schon mitbestimmen. Insofern entspricht die Halle bis auf kleine Kompromisse jetzt ziemlich genau unseren Vorstellungen.

BFW Nord: Gab es Hürden, die Sie während der Realisierung des Projekts nehmen mussten?
Sampl: Die Planung der Hobenköök hat zwei Jahre gedauert, der Umbau dann nur acht Monate. Die größte Herausforderung für uns war es, als zwischenzeitlich die Planung des gesamten Oberhafen-Areals zur Diskussion stand. Dabei ging es zum Beispiel darum, ob das historische Gleishallendach abgerissen wird oder nicht. Währenddessen hat sich für uns monatelang gar nichts bewegt.

BFW Nord: Wie teilen Sie die Fläche von 750 Quadratmetern jetzt auf?
Sampl: Ein Drittel der Fläche nimmt das Restaurant mit 115 Sitzplätzen ein. Etwa zwei Drittel die Markthalle. Dazu kommen noch Nebenräume, die Terrasse mit 40 Sitzplätzen und eine Fläche unter dem Gleishallendach, die wir auch bespielen können.

BFW Nord: Verraten Sie uns die Miete pro Quadratmeter?
Sampl: Die liegt bei circa 13 Euro kalt.

BFW Nord: Auch in der Finanzierung sind Sie ungewöhnliche Wege gegangen.
Sampl: Einen Großteil der Finanzierung haben wir über die Bank realisiert. Daneben haben wir einen stillen Gesellschafter und die Regionalwert AG als Investor. Außerdem haben wir über eine Crowdfunding-Kampagne Geld eingesammelt. Das brauchten wir am Ende, um wirklich alles perfekt zu machen.

BFW Nord: Was ist der Geheimtipp auf Ihrer Speisekarte?
Sampl: Der Renner ist das Fleisch. Wir kaufen ganze Tiere. Die Stücke sind an der Fleischtheke zu sehen. Da hat der Gast 100-prozentige Sicherheit, woher sein Essen kommt. Dazu eine wunderbare Auswahl an Gemüsen und gute Soßen – jeden Tag ein bisschen anders.

 

Appetit bekommen?
Hobenköök

Stockmeyerstraße 34
20457 Hamburg
www.hobenkoeoek.de

Öffnungszeiten:
Markthalle: montags bis samstags 08:00–21:00 Uhr
Restaurant: montags bis freitags 11:30–22.00 Uhr, samstags 09:00–22:00 Uhr,
sonntags 09:00–18:00 Uhr

 

Bild: Restaurant der Hobenköök am Hamburger Oberhafen
Quelle: Hobenköök GmbH

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