Bautätigkeit

Ergebnisse der BFW-Umfrage zur Entsorgungssituation für HBCD-haltige Bauabfälle

Wie die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage bei BFW-Mitgliedern zeigen, führen die seit 01.10.2016 wirksamen abfallrechtlichen Regelungen für HBCD-haltige Dämmstoffen vielfach zu Entsorgungsengpässen, Verzögerungen bei Sanierungen und erheblichen Mehrkosten für die Entsorgung.

Neben höheren Transportkosten sind die Bereitstellung gesonderter Container auf Baustellen sowie Kosten im Zusammenhang mit dem Nachweis zu den Inhaltsstoffen des Dämmmaterials weitere Kostentreiber. Um diese Probleme zu lösen, fordern die BFW-Mitgliedsunternehmen mehrheitlich eine verpflichtende Annahme für alle Bauabfälle durch die Entsorgungsunternehmen. Weiterhin sprechen sich die BFW-Mitgliedsunternehmen dafür aus, dass die Entsorgungsunternehmen mit entsprechenden Genehmigungen umgehend in die Lage versetzt werden, alle HBCD-haltige Dämmabfälle zu entsorgen und den gesetzlichen Entsorgungsaufwand  zu begrenzen.

Zusammenfassung der Ergebnisse:

  • 60% der BFW-Unternehmen, die sich an der Umfrage beteiligt haben, stellen Auswirkungen durch die neuen abfallrechtlichen Regelungen für HBCD-haltige Dämmstoffe in Bezug auf Sanierungsmaßnahmen fest.
  • Die Hälfte der beteiligten BFW-Unternehmen gibt an, dass sich durch die neuen Entsorgungsregelungen die Kosten für Sanierungen generell erhöhen.
  • Rund zwei Drittel gaben an, dass sich die Entsorgungskosten von HBCD-haltigen Dämmstoffen zwischen 10% bis 30% verteuert haben, 16% sagen sogar die Kostensteigerungen belaufen sich auf über 50% bei der Entsorgung.
  • 38% der Unternehmen gaben an, dass Entsorgungsbetriebe generell derzeit keine HBCD-haltigen Dämmstoffe annehmen. Ist das der Fall bleiben die Unternehmen auf den Dämmabfällen sitzen und müssen die Stoffe in Containern oder anderweitig zwischenlagern.
  • Rund ein Drittel der BFW-Unternehmen gehen sogar noch weiter und gaben in Bezug auf diese Frage an, dass Sanierungen derzeit nicht durchgeführt werden können bzw. auf unbestimmte Zeit zurückgestellt sind.
  • Die Unternehmen sprechen sich mehrheitlich für eine verpflichtende Annahme aller Bauabfälle durch die Entsorgungsunternehmen aus. Weiterhin sprechen sich die BFW-Mitgliedsunternehmen dafür aus, dass die Entsorgungsunternehmen mit entsprechenden Genehmigungen in die Lage versetzt werden, HBCD-haltige Dämmabfälle in der entsprechenden Menge zu entsorgen und dass der  gesetzlichen Entsorgungsaufwand begrenzt wird.

Anmerkungen des BFW:

Der BFW setzt sich dafür ein, dass schnellstmöglich eine Verbesserung der Entsorgungssituation herbeigeführt wird. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Hintergrund:

Seit dem 1. Oktober 2016 werden Dämmstoffe, die mit dem Flammschutzmittel HBCD behandelt wurden, als gefährlicher Abfall eingestuft. Im Kern geht es um die aktuelle Abfallverzeichnis-Verordnung (AVV). Sie beinhaltet, dass Polystyrol mit mehr als 0,1 Prozent Flammschutzmittel HBCD nun als gefährlicher Abfall einzustufen ist. Dieser darf es nur noch in Verbrennungsanlagen mit speziellen technischen Voraussetzungen und den entsprechenden Genehmigungen verbrannt werden.

 


Baugenehmigungen 1. Halbjahr 2015

Wohnungsbau-Dynamik bleibt auf niedrigem Niveau

Von Januar bis Juni 2015 wurde in Deutschland, sowohl im Neubau als auch im Bestand, der Bau von 140.037 Wohnungen genehmigt. Das waren 2,3% oder rd. 3.200 Wohnungen mehr als im Vorjahreszeitraum. Damit setzt sich das Wachstum bei den Baugenehmigungen zwar fort, ist aber auf deutlich niedrigerem Niveau als noch im ersten Halbjahr 2014. Damals betrug der Zuwachs ggü. dem Vorjahr noch 9,6%. Durch die derzeitig herrschenden Rahmenbedingungen und infolge des hohen Zuzuges durch Zuwanderer und Flüchtlinge, gerade in die Ballungszentren mit ohnehin bereits angespannten Wohnungsmärkten, steigt die Wohnungsnachfrage weiter beträchtlich an. Unter den gegenwärtigen Voraussetzungen sind die aktuellen Baugenehmigungszahlen viel zu gering.

Baugenehmigungen_1HJ_2015_VERIm dringend notwendigen Wohnungsneubau wurden im ersten Halbjahr 120.569 Wohnungen genehmigt, das entspricht nur einem leichten Plus ggü. dem Vorjahreszeitraum von 1,6%. Getragen wird die Entwicklung durch den Mehrfamilienhausbau, hier wurden 4,5% mehr Wohnungen genehmigt (+2.640 WE). Immer noch auf sehr niedrigem Niveau verharren die Baugenehmigungen von Einfamilienhäusern, mit einem Zuwachs von nur 0,9% (+420 WE). Die Genehmigungen von Zweifamilienhäusern zeigen hingegen weiterhin eine negative Entwicklung auf. So wurden in diesem Segment des Wohnungsneubaus 4,3% (-436 WE) weniger Wohnungen genehmigt, als noch im Vorjahreszeitraum. Ebenfalls weniger Baugenehmigungen entfielen auf Eigentumswohnungen. Hier betrug der Rückgang 5,9% (-1.948 WE) ggü. dem Vorjahreszeitraum.


Baugenehmigungen / Baufertigstellungen noch immer unter den Werten von 2006.

Bundesweit konnten wir in 2014 einen weiteren Anstieg der Baufertigstellungen feststellen. Allerdings kommen diese von einem niedrigen Niveau und liegen immer noch unter den Werten von 2006. Bei der Betrachtung der Baugenehmigungen fällt auf, dass die Dynamik gegenüber den Vorjahreszeiträumen etwas abflacht. Vor dem Hintergrund eines erheblichen Nachholprozesses durch geringe Baufertigstellungen in den Krisenjahren und eines zusätzlich erhöhten Bedarfes aufgrund der sich ändernden demografischen Situation sowie veränderter Haushaltsgrößen sind die Baufertigstellungen immer noch zu gering und die Entwicklung darf jetzt nicht ins Stocken geraten.


ARGE-Studie „Optimierter Wohnungsbau“

Baukostenverteilung hat sich verschoben

In der vom BFW mit beauftragten ARGE-Studie “Optimierter Wohnungsbau” konnte eine Verschiebung der Baukostenverteilung zwischen den Rohbau- und Ausbaukosten nachgewiesen werden. Während im Jahr 2000 noch rund 54 Prozent auf die Rohbaukosten (46 Prozent Ausbaukosten) entfielen, hat sich die Situation im Jahr 2014 ins Gegenteil verschoben; im Jahr 2014 lag der Kostenanteil der Ausbaukosten bei 54 Prozent und der Rohbauanteil bei 46 Prozent. Bei der weiteren Betrachtung der Kostenbenchmarks ergeben sich derzeit für das entwickelte Typenhaus Grundkosten von 1.432 Euro/m² Wohnfläche. Mit der Erweiterung durch die gängigen zusätzliche Anforderungen oder Auflagen von Kommunen wie Kellergeschoss, Tiefgarage, Aufzugsanlagen, Baustellenlogistik, Außenanlagen und Baunebenkosten ergeben sich jedoch durchschnittliche Gesamtkosten von 2.422 Euro/m² Wohnfläche ohne Grundstückskosten. Ohne eine Reduzierung dieser Kosten, durch Reduzierung der Auflagen oder Änderung der steuerlichen Rahmenbedingungen sind Neubaumieten unter 11 EUR/qm Wohnfläche in den Ballungszentren nicht vorstellbar, so ein Ergebnis der Studie.